Archiv: Außenpolitik | Nato


US-Präsident Donald Trump habe sich klar zur Nato und der kollektiven Verteidigung bekannt. So bewertete der tschechische Parlamentspräsident Jan Hamáček den Auftritt Trumps in Warschau. Hamáček nahm stellvertretend für Präsident Zeman am Treffen der sogenannten Drei-Meeres-Initiative in der polnischen Hauptstadt teil. Der US-Präsident habe jedoch berechtigterweise auch ein stärkeres Engagement der Nato-Partner gefordert, so Hamáček.

Das Bekenntnis Trumps zur Nato war auch für Jan Hamáček die Schlüsselaussage in der Rede des US-Staatsoberhaupts. Der Sozialdemokrat war als Präsident des Abgeordnetenhauses stellvertretend für Präsident Milos Zeman nach Warschau gefahren. Hamáček sicherte zudem zu, dass Tschechien seine Rüstungsausgaben in Zukunft weiter erhöhen würde. Denn nicht nur den Mut der Polen lobte Trump. Ihm gefällt auch die Bereitschaft Warschaus, als einer der wenigen Nato-Staaten auch tatsächlich die geforderten zwei Prozent des BIP in die Rüstung zu stecken.

Doch nicht nur Nato und Rüstung waren ein wichtiges Thema von Trumps Warschau-Besuch, sondern auch gute Deals mit den Staaten Ostmitteleuropas. Einen solchen konnte er mit Polen auch abschließen, denn in Zukunft will das Land sein Erdgas aus den USA beziehen anstatt aus Russland. Und das, obwohl das amerikanische Fracking-Gas um einiges teurer ist, als der Brennstoff aus dem Osten. Jan Hamáček versteht die Suche nach alternativen Zulieferern von Erdgas um die Energieabhängigkeit von Moskau zu verringern. Tschechien greife könne da schon längst auf Lieferungen aus Norwegen vertrauen, so Hamáček. Anders sei das eben bei Polen oder den baltischen Staaten.